Zurück zu Freewar.de

User anschauen


Name

Rodelec Funkenrufer

Dieses Profil wurde bereits 45 mal angeschaut.


Rodelec Funkenrufer ist Sponsor von freewar.de. Das ganze freewar.de Team dankt Rodelec Funkenrufer für die Unterstützung.

Erfahrung

1.442 Punkte (Rang) - (Errungenschaften)


PvP

aktiviert seit dem 15.04.2025


Geschlecht

männlich


Clan:

Die Wilde Jagd


Beschreibung

 user posted image

Der Barde, der heute unter dem Namen Rodelec Funkenrufer bekannt ist, wurde in den ewigen Schatten Narubias geboren, dort, wo der Nebel nie weicht und die Dunkelheit wie ein zweites Fell auf der Haut liegt. Schon als Kind lernte er, dass Licht in dieser Welt nichts Selbstverständliches ist. Vielleicht war es genau deshalb, dass ausgerechnet er mit nackten Händen Funken aus der Finsternis zu ziehen schien: Wo andere froren, glomm bei ihm plötzlich eine kleine Flamme auf, als hätte die Nacht selbst beschlossen, ihm zu gehorchen.

Seine Eltern waren einfache Natla, Händler, die tief in Narubia Waren lagerten, weil niemand töricht genug war, sich freiwillig in dieses finstere Gebiet zu wagen. In einer schiefen Hütte am Rand des ewigen Nebels brachten sie ihm zwei Dinge bei: den Wert von Gold – und den Wert eines guten Wortes. Gold, sagten sie, bringt dir Türen zum Aufgehen, aber ein gutes Wort sorgt dafür, dass sie nicht hinter dir wieder zuschlagen. Während andere Natla sich im Schutz der Dunkelheit versteckten, lauschte Rodelec den Geschichten der wenigen Reisenden, die sich per Zauber und Kugeln nach Narubia verirrten.

Jede Ankunft eines Fremden war für den Jungen ein Fest. Er rannte zum Katapultplatz, wo die, die Narubia wieder verlassen wollten, den Sprung wagten, während er selbst als Natla den Luxus kannte, diesen Ort ohne Gold zu verlassen – zumindest in der Theorie. Doch solange er klein war, war Narubia seine ganze Welt. Wenn der Nebel sich bewegte wie atmende Schatten, setzte er sich an das schwache Feuer vor der Hütte, schlug mit zwei alten Metallstücken Funken und dichtete seine ersten holprigen Verse. Es waren keine schönen Lieder, aber sie waren ehrlich: kleine Geschichten von Angst, Mut und der seltsamen Ruhe, die nur jemand kennt, der in ewiger Nacht aufgewachsen ist.

Als er alt genug wurde, reichte ihm Narubia nicht mehr. In den Geschichten der Reisenden hatten Ortsnamen wie ferne Zauber geklungen: Konlir, Buran, Laree, Salthos. Eines Tages nahm er all seinen Mut zusammen, füllte eine Lederkiste mit ein paar einfachen Handelswaren, befestigte seine ersten Wurfmesser am Gürtel und trat ans Katapult. Der Sprung hinaus war wie ein Sturz in eine ganz andere Wirklichkeit. Plötzlich war da mehr als Dunkelheit: Gerüche, Stimmen, Licht in allen Farben. Konlir würde sein erster Prüfstein werden.

In Konlir lernte Rodelec, wie laut die Welt sein konnte. Auf den Märkten drängten sich Händler, Spieler und Abenteurer, und er erkannte schnell, dass Handel hier nicht nur aus Waren bestand, sondern aus Geschichten. Also tat er, was er am besten konnte: Er stellte sich mitten zwischen die Stände, entzündete mit einer beiläufigen Handbewegung ein kleines Feuer in einer leeren Feuerschale und begann zu singen. Anfangs lachten sie über den großen, kahlköpfigen Natla im abgewetzten Lederharnisch in Erd- und Waldtönen, dessen Bart im Feuerschein rötlich glomm. Doch je länger er sang, desto stiller wurde es um ihn.

Seine Lieder erzählten von Narubias Nebel, von katapultierten Träumen und von Gold, das nichts wert ist, wenn man es nicht mit jemandem teilen kann. Zwischendurch pries er, ganz nebenbei, seine Waren an: „Wer dieses Messer kauft, bekommt nicht nur Stahl, sondern eine Geschichte an die Hand.“ Mit jedem verkauften Stück wuchs sein Selbstvertrauen. Konlir war seine Bühne und sein Markt zugleich, doch sein Herz zog weiter, dorthin, wo der Wind schärfer und die Gesichter verschlossener sein sollten: nach Buran.

Buran empfing ihn mit Kälte, die selbst einem in Narubia Geborenen unter die Haut kroch. Hier, wo der Hauch der Welt wie gefrorene Nadeln durch die Straßen trieb, hatten die Menschen wenig Geduld für Träumereien. Also passte sich Rodelec an. Er kürzte seine Lieder, schärfte seine Worte, wurde direkter. Statt langer Balladen sang er kurze, markige Verse am Rand der Wege, entzündete Feuer für frierende Reisende und verlangte als Bezahlung nur ein paar Münzen und die Erlaubnis, zuzuhören. Aus ihrer Knappheit an Worten schmiedete er neue Lieder.

Mit jedem erzählten Schicksal wuchs sein Repertoire. Abends, wenn der Sturm um die Häuser pfiff, saß er in einer Ecke einer einfachen Schenke, ließ Wurfmesser in der Luft tanzen und fing sie mit überraschender Leichtigkeit wieder auf. Ein paar Mal geriet er in Streit – Buran war rau – doch sein Rapier blieb meist in der Scheide. Es reichte, wenn das Feuer neben ihm plötzlich höher aufloderte und seine Augen im Licht kurz wie Narubias Abgrund wirkten. Dann verstummten die Provokationen, und aus potenziellen Feinden wurden Zuhörer.

Von Buran aus führte sein Weg nach Laree, einer Stadt, deren Straßen wie ein Geflecht aus Möglichkeiten vor ihm lagen. Laree lehrte ihn die Kunst des subtilen Handels. Hier zählte nicht nur der Preis, sondern auch der Eindruck. Rodelec ließ seine Lederharnisch-Riemen mit erdfarbenen und waldgrünen Bändern verzieren, nicht aus Eitelkeit, sondern damit man sich an ihn erinnerte. Tagsüber jonglierte er mit Handelswaren wie andere mit Bällen, abends jonglierte er mit Worten.

Seine Neugier trieb ihn in jede Taverne, jeden Platz, jede Gasse, an der es nach Abenteuern roch. Er hörte Hausflüsterern genauso zu wie hochtrabenden Auftraggebern und verwob ihre Geschichten zu Balladen, die Laree einen Klang gaben, den die Stadt selbst nie gekannt hatte. Händler begannen, ihn zu bezahlen, damit er ihre Waren in seine Lieder einbaute. Während er sang, ließ er im Hintergrund ein kleines Feuer in einer Laterne aufflammen, als ob jede Ware von einem eigenen Schimmer umgeben wäre. So wurde aus einem einfachen Natla aus Narubia langsam ein Name, den man sich in mehreren Städten merkte.

Doch es war Salthos, das seine Bestimmung endgültig formte. Die Stadt, in der Gold und Geheimnisse nebeneinander gehandelt wurden, war wie geschaffen für jemanden, der sowohl Geschichten als auch Waren führte. In einer schmalen Seitenstraße, zwischen einem dubiosen Händlerhaus und einer fast vergessenen Schenke, traf er ihn: einen alten Barden, dessen Stimme zwar brüchig, dessen Blick aber noch so scharf war wie ein frisch geschliffenes Rapier.

Der Alte hatte Rodelec bereits auf den Plätzen beobachtet. „Du spielst mit Feuer“, sagte er, „im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.“ Mit einer beiläufigen Geste ließ er eine kleine Flamme über seinen eigenen Fingern tanzen – nicht so kräftig wie Rodelecs, doch präziser. Rodelec spürte sofort, dass dies kein gewöhnlicher Sänger war. Also blieb er in Salthos, länger als er irgendwo zuvor geblieben war, und wurde Schüler.

Die Ausbildung war hart. Der alte Barde brachte ihm bei, dass ein Lied mehr sein konnte als eine schöne Geschichte. Es konnte ein Handel sein, ein Versprechen, eine Waffe. „Ein Wort kann töten“, sagte der Alte, „wenn es zur falschen Zeit am falschen Ort fällt. Also lern, wann du schweigst.“ Rodelec lernte, seine natürliche Freundlichkeit mit Wachsamkeit zu paaren, seine Aufgeschlossenheit mit Disziplin. Er übte, seine Stimme wie eine Klinge zu führen – mal weich, mal scharf, mal so sanft, dass selbst vernarbte Krieger innehielten.

Gleichzeitig schärfte der Alte seine Waffenführung. Das Rapier an seiner Seite war nicht mehr nur Zierde; es wurde zum stummen Partner seiner Lieder. Wenn er sang, konnte ein kaum merklicher Schritt nach rechts oder links bedeuten, dass er bereit war, den Gegner zu parieren. Seine Wurfmesser wurden zu Phrasenzeichen: ein Messer in der Hand, und schon änderte der Ton seines Liedes von heiter zu bedrohlich. Und immer wieder dieses Feuer: Der Alte lehrte ihn, es zu zügeln, ihm Form zu geben, es als Symbol zu nutzen – als Funken der Hoffnung in dunklen Nächten oder als warnende Glut in gefährlichen Tavernen.

Jahre vergingen, und als der Alte eines Tages einfach nicht mehr zum verabredeten Treffpunkt erschien, wusste Rodelec, dass seine Zeit als Schüler vorbei war. Er entzündete ein Feuer an der Stelle, an der sie oft zusammen gesessen hatten, und sang ein letztes Lied für ihn – ein Lied ohne Worte, nur aus Summen und Atem. Dann schulterte er seine Kisten, strich seinen Lederharnisch glatt und machte sich auf den Weg, nicht zurück nach Narubia, sondern hinaus in die Welt. Er war kein einfacher Straßenmusiker mehr, sondern ein reisender Händler der Geschichten.

Heute, mit 44 Jahren, ist Rodelec Funkenrufer ein großer, kräftiger Natla mit Glatze und vollem Bart, dessen Erscheinung Respekt einflößt, dessen freundliche Augen aber jede Furcht sofort wieder mildern. Sein Leben spielt sich zwischen den Städten ab: Konlir mit seinen Märkten, Buran mit seinem schneidenden Wind, Laree mit seinen verschlungenen Wegen und Salthos mit seinen gefährlichen Geschäften. Überall kennt man den Barden, der ein Feuer entzünden kann, wo immer er steht – auf einem Marktplatz, in einer Gasse, vor den Toren einer Stadt.

Sein Handel ist ebenso vielseitig wie seine Lieder. Er verkauft seltene Waren aus Narubia, tauscht Geschichten gegen Informationen und manchmal, wenn der Preis stimmt, führt er ein Publikum mit gezielten Versen in eine bestimmte Richtung. Doch er bleibt im Kern, was er immer war: neugierig, offen, freundlich. Er hört mehr zu, als er spricht, und wenn er spricht, dann mit Bedacht. Sein Lederharnisch in Erd- und Waldtönen ist verrieben vom Reisen, doch gut gepflegt; seine Wurfmesser sitzen sicher an seinem Gürtel, das Rapier hängt griffbereit an seiner Seite.

Wenn die Nacht sich senkt, kehrt er oft zu einem kleinen Lagerfeuer zurück, das er mit einer beiläufigen Geste entzündet – sei es auf einer Kreuzung zwischen den Städten oder in einer dunklen Ecke von Salthos. Dann erzählt er von Narubia, von Nebel und Dunkelheit, von Katapulten und Zauberkugeln, von Märkten und Menschen, die zu Legenden wurden, ohne es zu merken. Und wer lange genug zuhört, erkennt vielleicht, dass er nicht nur Waren durch die Welt trägt, sondern einen Funken Licht aus einer Region, in der ewig Nacht herrscht.

 user posted image

Alter

44


Rasse

Natla - Händler
Die Natla sind alte Nachtwesen aus Narubia, die vom Handel leben. Es ist die einzige Rasse, die mit allen anderen Rassen in Frieden lebt. Natla haben eine maximale Laufzeitbegrenzung von 30 Sekunden pro Feld, egal wieviele Items sie bei sich tragen.


Weiter zu Freewar.de